TS Lichtenfels – TSV Breitengüßbach IV 81:83 (40:39) Kommentare deaktiviert für TS Lichtenfels – TSV Breitengüßbach IV 81:83 (40:39)

Posted 5 März, 2013 in Herren

Basketball Bezirksoberliga

TS Lichtenfels – TSV Breitengüßbach IV 81:83 (40:39)

Man hat schon Pferde vor der Apotheke Kotzen gesehen. An sich ein Ding der
Unmöglichkeit. Das ist darin begründet, dass bei Pferden zwischen Magen und
Speiseröhre ein Schließmuskel sitzt, der die Bewegung des Speisebreis nur in
eine Richtung zulässt, hinzu kommt der lange Hals. All dies verhindert effektiv ein
Übergeben des Pferdes, weshalb es auch oft zu den berüchtigten Koliken kommt.
Genauso ein Ding der Unmöglichkeit, dass sechs einsatzfähige Lichtenfelser zehn
abgezockte Breitengüßbacher Tabellenführer an den Rand einer Niederlage bringen.
Denn wenn es eng wird, kommen höhere Mächte ins Spiel.

Lichtenfelser Akteure können sich trotzdem glücklich schätzen, nach einem
Spiel „nur“ die Apotheke aufsuchen zu müssen. Die schweren Verletzungen, die
drei Rotationsspieler am Einsatz hinderten, subventionieren vielmehr die ohnehin
überbezahlten Chirurgen und Orthopäden. Gleich zu Beginn des Spiels erwischte es
diesmal Benedikt Bechmann, dessen alte Knieverletzung wieder aufbrach. Apropos
Chirurg: Auf Seiten der Güßbacher fehlte neben Michael Ludwig auch Felix Ferner,
was eine deutliche Schwächung auf Seiten des souveränen Ligaprimus bedeutete.

Nach einem ausgeglichenen Beginn (8:9/3. Min.) erspielten sich die mit gestandenen
Regionalligaakteuren besetzten Gäste einen 9-Punkte-Vorsprung. Die Korbstädter
verdauten nun jedoch den verletzungsbedingten Rückschlag und kamen durch den
imposant aufspielenden Leonard Gärtner und Simon Bechmann zu einem 14:3-Lauf
Ende des ersten Viertels. Das Momentum blieb auf Seiten der Gastgeber. Sebastian
Leicht mit zwei Dreiern und Christophe Kirsch mit erfolgreichen Versuchen aus der
Mitteldistanz schraubten die Führung auf 38:27 (15.Min.), ehe die Breitengüßbacher
in der Verteidigung auf eine 3-2-Zone umstellten und dem Angriffswirbel der
TS´ler ein Ende setzten. Dennoch retteten sich die Hausherren mit einem 1-Punkt-
Vorsprung in die Halbzeit.

An der Ball-Raum-Verteidigung bissen sich die Gastgeber auch nach dem
Seitenwechsel die Zähne aus. Der Rückstand von Lichtenfels betrug zehn Minuten
vor Spielende elf Zähler. Doch die TS´ler zeigten wie bereits öfter in dieser Saison
ihr Kämpferherz. Angeführt der überragenden Kirsch und Gärtner wurde innerhalb
von vier Minuten der Rückstand wettgemacht. Ein Dreier von Felix Steiner sorgte
für die erste Lichtenfelser Führung in der zweiten Hälfte. Knappe drei Minuten vor
Schluss führten die Hausherren gar mit 77:70, sodass eine Sensation in greifbarer
Nähe schien. Als Gärtner nach einem Steal alleine auf dem Weg zum Korb war und
durch einen Trikotzupfer an zwei leichten Punkten gehindert wurde, entschied das
wenig souveräne Schiedsrichterduo lediglich auf normales Foulspiel anstelle auf
unsportliches Foul, was neben den Freiwürfen auch Ballbesitz für Lichtenfels bewirkt
hätte. Im Gegenzug spielten die Gäste ihre komplette Routine aus und glichen 30
Sekunden vor Schluss zum 81:81 aus. Dann die nächste zweifelhafte Entscheidung:
Bei einem Lichtenfelser Einwurf machte sich Steiner nach Auffassung der

Unparteiischen zu heftig frei, was ein Offensivfoul nach sich führte. Ein harter Pfiff,
den nicht alle Mannschaften in der Liga zu diesem Zeitpunkt gegen sich bekommen.
Peter Oechsler zog den Nutzen aus dieser Aktion und brachte die Gäste mit 83:81 in
Front. Die auf Grund von Foulproblemen in Unterzahl agierenden Korbstädter hatten
noch acht Sekunden Zeit, die nochmalige Wende herbeizuschaffen. Doch ein fataler
Pass von Simon Bechmann in die Hände eines Gästeakteurs ließ die Hoffnung
hierauf zerstören.

Die Zuschauer waren Augenzeuge einer Begegnung, die aus neutraler Sicht alles
zu bieten hatte: Spannung, Comebacks, taktische Finessen und Emotionen. Umso
bitterer für die TS´ler, dass eine grandiose kämpferische Leistung nicht mit dem Sieg
belohnt wurde. Es war bereits die vierte knappe Niederlage in der Spielzeit – letztlich
eine Tatsache, die die Korbstädter von der Bezeichnung Spitzenmannschaft trennt.

Bleibt zu hoffen, dass sich das Lazarett in den kommenden Wochen nicht erweitert,
um die drei restlichen Spiele überhaupt noch bestreiten zu können.

Für die TSL am Ball: Gärtner (25), Kirsch (17), Leicht (17/3), Steiner (9/1), S.
Bechmann (8), Meschke (5/1), B. Bechmann