TSV Bindlach Bears – TS Lichtenfels 80:48 (42:25) Kommentare deaktiviert für TSV Bindlach Bears – TS Lichtenfels 80:48 (42:25)

Posted 1 April, 2012 in Herren

Wer hat an der Uhr gedreht? Diese Frage stellten sich die Spieler der TS Lichtenfels während der ersten Halbzeit nicht nur einmal. Aber von vorne.

Für das Saisonfinale hatten sich die Korbstädter viel vorgenommen: Der Bär sollte in seiner Höhle (Bärenhalle, Ecke Bärenpizzeria) erlegt werden und sein Fell die Spieler wohlgewärmt durch die basketballfreie Zeit bringen. Dafür hätte es nicht unbedingt einer bärenstarken Leistung bedurft – eine konzentrierte und motivierte hätte durchaus gereicht. Im Lichte des sicheren Ligaverbleibs ließen es die Korbmacher im ersten Viertel allerdings zu locker angehen. Die Bindlacher Bären dagegen waren bis in die Tatzenspitzen motiviert: angetrieben von dem Irrglauben, bei einer Niederlage möglicherweise in der kommenden Spielzeit eine Liga tiefer auf Jagd gehen zu müssen. 18:7 stand es nach Viertel eins für die Bären – von Winterschlaf keine Spur. Im zweiten Viertel konnten die Lichtenfelser eine Schippe drauf legen, was jedoch immer noch nicht ausreichte, den Bären den Honig zu stehlen bzw. den Rückstand zu verkürzen. Für Aufregung sorgte in der ersten Halbzeit das Kampfgericht, das beim Umgang mit Uhren elementare Probleme zeigte. Bärentatzen sind wohl einfach zu groß, um den Start-Stopp-Knopf zu drücken. So gingen den Korbmachern wichtige Sekunden ihrer hypothetischen Aufholjagd verloren. Chapeau für die Chuzpe der Bären, auf dem Spielbogen einen 24-Sek-Zeitnhemer eingetragen zu haben. Denn in den ersten 20 Minuten des Spiels vom 24-Sek-Bär weit und breit nichts zu sehen.

Aber selbst ohne Zeitsprünge in Warp-Geschwindigkeit gab es an diesem Tag für die TSL-Akteure in der Bärenhalle (die in ihrer Konstruktion der hässlichen Lichtenfelser Stadthalle erschrecken ähnelt) nichts zu holen. Details sollen hier den TSL Fans erspart werden. Sagen wir mal so: Die Korbmacher waren das gesamte Spiel über der Tanzbär der Bären. Quasi Rache der Natur. Unschön wurde es nochmal kurz vor Schluss, als ein aggressiver Problembär dem Lichtenfelser Bechmann, S. einen brutalen und unnötigen Tatzencheck verpasste. Sowas hatten die Bindlacher Bären an diesem Tag eigentlich nicht nötig. Ihr Sieg war letztlich trotz Zeitnehmergate, Tatzengate und einer Hand voll fragwürdiger Pfiffe nicht unverdient.

Am Ende fühlten sich die Korbmacher wie der Jäger in diesem Witz mit dem Bären. Wie der genau geht, weiß ich leider nicht mehr. Ganz jugendfrei ist er aber nicht. Irgendwie geht es darum, dass der Jäger andauernd vom Bär, sagen wir mal so, „aufs Kreuz gelegt“ wird.

Für die kommende Spielzeit müssen sich die Korbjäger aus der Korbstadt etwas gegen ihre Auswärtsschwäche einfallen lassen. In eine klinische Depression sollten die Lichtenfelser Basketballer aber dennoch nicht verfallen. Potenzial ist vorhanden, auch um endlich einmal die Bärenhalle zu stürmen.

Trotz der Niederlage können sich die TSL-Akteure nach dieser  kräftezehrenden Saison dennoch als Sieger fühlen. Zum einen, weil man in dieser Spielzeit deutlich mehr Siege einfahren konnte als noch in der letzten und mit dem Abstieg nie etwas zu tun hatte. Zum anderen, weil die Bezirksliga künftig unter der knuffigen Bezeichnung „BezirksOBERliga“ firmiert. Die Basketballgötter haben nämlich die miesen Tricks von Handballern und Konsorten durchschaut, die mit aufgeblähten Ligabezeichnungen einen auf dicke Hose machen. Und weil Basketballer von Natur aus die dicksten Hosen von allen haben, war es nur logisch, diese Aufwertung vorzunehmen. Saisonfazit: Die TS Lichtenfels steigt in Bezirksoberliga auf! Bärenstark!

Für die TSL am Ball: Bechmann, F., Bechmann S. (12 Punkte), Diederich (4), Fugmann, Kiesler (3), Leicht (11), Neuberger (16), Steiner, Wagner (2)