BG Minges Stegaurach – TS Lichtenfels 58:77 (31:45) (Bezirkspokal, erste Runde) Kommentare deaktiviert für BG Minges Stegaurach – TS Lichtenfels 58:77 (31:45) (Bezirkspokal, erste Runde)

Posted 26 September, 2011 in Herren

BG Minges Stegaurach – TS Lichtenfels 58:77 (31:45)

Beim amtierenden Bezirkspokalsieger aus Stegaurach, der nach personellen Umbrüchen in dieser Saison in der Bezirksklasse startet, konnten die Lichtenfelser Korbjäger ihren Pokalfluch besiegen. Nach einer gefühlten Ewigkeit stehen die Korbstädter wieder einmal im Viertelfinale des Pokals.

Zu Beginn des ersten Viertels konnten sich weder die Kafferöster, noch die Korbflechter entscheidend absetzen. Ab der sechsten Minute gewannen die Lichtenfelser dank besserer Wurfauswahl und flüssigerem Kombinationsspiel die Oberhand. Aus dem 5:6 Rückstand wurde durch einen 13:0-Run, bei dem Neuberger 7 seiner insgesamt 9 Punkte erzielte, eine 18:6-Führung. Dank einer guten Defensivleistung im ersten Viertel – die engmaschig geflochtene Verteidigung der Korbstädter ließ nur 9 Punkte zu – konnten die Gäste mit 11 Zählern Vorsprung in die Viertelpause gehen.

Im zweiten Viertel legten Gastgeber in der Offensive ein paar Bohnen zu und schafften es besser, die Verteidigung der Lichtenfelser unter Druck zu setzen. Es entwickelte sich ein offensiver Schlagabtausch, den die Gäste mit 26:22 für sich entscheiden konnten. Zwischenzeitlich lagen die Korbstädter mit 20 Punkten in Front und es sah so aus, als ob die Aurachtaler ihr Pulver verschossen hätten. Allerdings versäumten es die Lichtenfelser Korbjäger, in dieser Phase den Bohnensack zuzumachen. Durch einige Unkonzentriertheiten ließen sie die Hausherren auf den Pausenstand von 31:45 verkürzen.

Die Halbzeit tat beiden Mannschaften sichtlich schlecht. Statt Pausentee hätten sich die Akteure lieber einen doppelten Espresso gönnen sollen. In einem zerfahrenen dritten Viertel fielen insgesamt nur 19 Punkte. Die Partie wurde hektischer und unansehnlicher. Besonders die Lichtenfelser Akteure ließen sich durch einige fragwürdige Entscheidungen der Unparteiischen zu emotionalen Ausbrüchen hinreisen und brachten sich so selbst aus dem Konzept. Die Gastgeber witterten Kaffeeduft und setzten alles daran, den Rückstand zu verkürzen. Kurz vor Ende des dritten Viertels schmolz der Vorsprung der Korbstädter wie Sahne im Kaffee auf die psychologisch wichtige Marke von 10 Punkten. Doch mit einem formidablen Buzzerbeater jenseits der Dreipunktelinie rettete Dittrich ein verkorkstes Viertel für die Lichtenfelser. Etwas schmeichelhalft gingen die orangefarbenen Korbjäger mit einer 54:41-Fürhrung in das entscheidende Viertel. Gegen die nun wild anrennenden Gastgeber wirkte die Lichtenfelser Verteidigung entkoffeiniert. Begünstigt durch mentale Aussetzer der Korbstädter, die weiter mit Schicksal und Schiedsrichtern haderten, verkürzten die Hausherren auf 51:57. Die Lichtenfelser Korbjäger drohten nun auf kleiner Flamme geröstet zu werden und den sichergeglaubten Sieg noch aus der Hand zu geben. Doch ein Dreier von Leicht und zwei Punkte von Diederich brachten die Korbstädter auf die Siegerstraße. In den letzten Minuten stellten die Gäste auf eine Mannverteidigung um und schaukelten den Sieg nach Hause. Vor allem Diederich, der in bester Eddy „Kannibale“ Merckx Tradition zum Ende des Spiels Punkte sammelte wie andere Leute Körbe, nahm den Gastgebern jegliche Hoffnung auf ein Wunder.

Mit dem ersten Sieg im ersten Pflichtspiel können die Lichtenfelser zufrieden sein. Hervorzuheben sind die geschlossene Mannschaftsleistung, die Defensive (solange die Kondition mitspielt) und phasenweise gute Ansätze im Offensivbereich. Angesichts der kommenden Aufgaben in der Bezirksliga besteht jedoch noch erheblicher Steigerungsbedarf. Mitte Dezember steigt das Pokal-Viertelfinale in der Bärenhalle in Bindlach. Experte Brank Fuschmann: „Eine Leistung wie gegen Minges ist dort nur kalter Kaffee. Um den Bären zu erlegen und das Halbfinale zu erreichen, werden die Korbstädter weiter an ihrem Spiel flechten müssen.“

Für die TS Lichtenfels am Ball: Bechmann F. (2), Bechmann S. (10), Diederich (17/1 Dreier), Dittrich (15/1), Gärtner (7), Girg, Leicht (11/2), Neuberger (9/1), Nyirö (6).