Interview mit Roland Vlogman, neuer TSL-Coach Kommentare deaktiviert für Interview mit Roland Vlogman, neuer TSL-Coach

Posted 23 Juli, 2008 in Interviews

Der 41jährige Berliner Roland Vlogman übernimmt die Bezirksligamannschaft der TS Lichtenfels. Am Freitag leitete er bereits das erste Training. Der Webredaktion gab der Ex-Akteur von TUS Lichterfelde, dem Farmteam von ALBA Berlin, ein Interview.

TSL: Du hast das Traineramt einer gefestigten Mannschaft mit enormen Teamgeist übernommen. Welche Erwartungen hegst du an deine neue Mannschaft?
Vlogman: Die Frage würde ich gerne zurückgeben. Was erwartet die Mannschaft von mir ?

Teamgeist ist vorhanden. Inwieweit sie gefestigt ist kann ich noch nicht beurteilen :-))

 

TSL: Am Freitag hast du das erste Training geleitet. Welchen Eindruck hast du vom Team? Konntest du bereits Stärken und Schwächen ausmachen?
Vlogman: Die Mannschaft ist konditionell nicht schlecht, aber hier ist noch eine deutliche Steigerung möglich. Die Beweglichkeit der einzelnen Spieler ist nach der ersten Aufwärmrunde mangelhaft, ist nicht böse gemeint, aber hier fehlt es allen. Je beweglicher ich bin, desto flexiber kann ich reagieren. Auffallend ist auch bei einigen die schlechte Technik – hier erinnere ich an den Linkskorbleger – . Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist der Zusammenhalt der Mannschaft. Es wird nicht genörgelt, sondern unterstützt.

TSL: Als Aufsteiger erreichte deine neue Mannschaft in ihrer Bezirksliga-Premierensaison überraschend den dritten Platz. Welches Saisonziel peilst du für die kommende Spielzeit an?
Vlogmann: Den Aufstieg :-)) Man muss als Trainer realistische Ziele für sich und für die Mannschaft haben

TSL: Die Trainingskiebitze berichteten, dass am Freitag Liniensprints und Grundlagentraining Übungselemente waren. Dies lässt auf eine intensive Saisonvorbereitung schließen. Müssen sich die Spieler auf eine härtere Gangart einstellen?
Vlogmann: Die Frage ist, welche Gangart ist die Mannschaft bisher gegangen. Von dem was ich selber mitbekommen habe, war Spielen angesagt. Training fand nur ein wenig statt. Die Gangart in der Defense wird härter. Die Mannschaft muss sich mehr auf die Basics konzentrieren. Ich möchte auf keinen Fall den Spielfluss durch "überflüssige" Systeme bremsen. Wie sagt man immer : In der Defense gewinne ich das Spiel.

TSL: Jeder Coach hat eine gewisse Spielphilosophie. So ließ Bauermann in Bamberg beispielsweise stets die 24-Sekunden-Uhr herunterspielen, um dann einen Notwurf zu setzen. Wie würdest du am liebsten spielen lassen und von welchen Coaches hast du dir was abgeschaut?
Vlogmann: Wenn die Möglichkeit besteht und unter Beachtung der körperlicher Situation (von der Länge her betrachtet) muss das gesamte Spiel auf Fastbreaks ausgelegt werden. Wenn der Fastbreak nicht geht, dann auf stabile und einfache Systeme ausweichen- Stichwort: Passen und bewegen! Je länger ich den Ball kontrolliere, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man einen guten Wurf oder eine gute Korbaktion bekommt.

Mein Vorbild als Coach ist sicherlich (als alter Berliner) Pesic und auch Dirk Bauermann. Beide setzen auf das individuelle Niveau der Spieler, zwingen die Mannschaft nicht unbedingt in Systeme und sind damit erfolgreich und das Wichtigste: Beide setzen auf eine knallharte Defense – denn hier muss gearbeitet werden.

TSL: Vielen Dank für das Interview. Und lass unsere Jungs beim Training am Leben.