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Posted 25 Juni, 2007 in News

TSL steigt in die Bezirksliga auf

Am Mittwochnachmittag ließ Klaus Wolf, Spielleiter der Bezirksliga, die Katze aus dem Sack. Dank dem Desinteresse des TSV Hof und des ATSV Nordhalben an einem Verbleib in der Bezirksliga, steigt die TS Lichtenfels in die höchste Liga Oberfrankens auf.

Dabei sollte die vergangene Saison nur eine Übergangsspielzeit darstellen. Nach dem Aufstieg in die Bezirksklasse wurde ein Platz im gesicherten Mittelfeld als Ziel ausgegeben. Doch als kurz vor Saisonende der dritte Platz realisierbar war, nutzten die Lichtenfelser ihre Chance und verdrängten am letzten Spieltag den TSV Ebensfeld. Trotz des Umstandes, dass die Korbstädter in der letzten Saison nur zweimal in kompletter Besetzung aufliefen, wurde nun der nicht zu erwartende Aufstieg geschafft.

Das Erfolgsrezept der TS Lichtenfels liegt nicht wie bei den anderen Mitaufsteigern TTL Bamberg II und BG Regnitztal in einem leistungsbezogenen Jugendkonzept oder einer Vereinsfusion. Vielmehr hat sich in Lichtenfels vor drei Jahren eine verschworene Mannschaft aus ehemaligen Lichtenfelser Jugendspielern und unzufriedenen Coburgern bzw. Ebensfeldern gefunden, die auf und abseits des Feldes blendend harmoniert. Neben dem herausragenden Teamgeist ist vor allem die exzellente Verteidigungsarbeit hervorzuheben. So kassierte die TSL in der abgelaufenen Saison nur in sieben Partien mehr als 70 Punkte. Hinzu kommt, dass sich in den letzten Spielzeiten jeder einzelne Akteur individuell verbessert hat.

Doch ob die zuletzt gezeigten Leistungen genügen, um in der Bezirksliga nicht nur Kanonenfutter zu sein, ist fraglich. So basteln die TSL-Verantwortlichen mit Hochdruck der Verstärkung der Mannschaft. Mit Wojta Kostolecky steht bereits der erste Neuzugang für die kommende Saison fest. „Kosto“, der zur Zeit an den Folgen eines Bänderrisses im Sprunggelenk laboriert, wird die Lichtenfelser vor allem mit seinem Drang zum Korb verstärken, obwohl er zuletzt beim TSV Ebensfeld nur als Rollenspieler eingesetzt wurde. Eine der letztjährigen Problemstellen – zu häufige Ballverluste beim Ballvortrag durch Ganzfeldverteidigung des Gegners – soll ein weiterer Ebensfelder beheben. Die Gespräche mit dem Spieler sind aber noch nicht abgeschlossen.

Dringlichen Bedarf sehen die Verantwortlichen auf der Centerposition. Hier gilt es, den aus beruflichen Gründen kürzer getretenen Volker Gutgesell zu ersetzen. Doch dass fähige und charakterlich passende Center hierzulande nicht wie Kirschen an Bäumen wachsen, macht die Suche nach einem entsprechenden Nachfolger schwer. Hinzu kommt, dass wohl nur Spieler aus dem Lichtenfelser Einzugsgebiet oder Coburg in Frage kommen. Auf Grund der großen Anzahl an Bezirksligateams im Bamberger Umland kann man wohl keinen Bamberger Spieler an den Obermain locken.
Ansonsten wird der Aufstiegskader nach den bislang vorliegenden Informationen unverändert bleiben.

Dass das Saisonziel der TSL eindeutig Klassenerhalt heißen muss, hat auch mit den finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen zu tun. Während die TSL mit einem dreistelligen Budget über die Runden kommen muss, gibt es in der Bezirksliga Vereine, die den Spielern und Trainern Fahrtkosten und teilweise sogar Prämien bezahlen können. Und auch die Anzahl der Jugendteams setzt sich von Basketballabteilungen anderer Vereine deutlich ab. So gibt es schon seit Jahren keine Jugendmannschaft, die für die TS Lichtenfels aufläuft. Das will der neue Abteilungsleiter Jörg Schmidt in absehbarer Zeit ändern. „Unser Ziel muss es sein, einen guten Unterbau zu erstellen, sodass wir in unserer Herrenmannschaft Spieler aus der eigenen Jugend einbauen können.“

In der nächsten Saison nehmen die Lichtenfelser ihre Rolle als Underdogs dankend an. Der Nichtabstieg wäre wohl ein genauso großer Erfolg wie die drei vorangegangen Aufstiege.

 
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