12. – 27.01.2007, 18:00: TSV Ludwigsstadt – TS Lichtenfels Kommentare deaktiviert für 12. – 27.01.2007, 18:00: TSV Ludwigsstadt – TS Lichtenfels

Posted 27 Januar, 2007 in Herren

TSV Ludwigsstadt – TS Lichtenfels 110:109 n.V. (34:38, 92:92)

Ein Spiel für die Geschichtsbücher, das die gut 50 Zuschauer sowie alle Aktiven nie vergessen werden sollten, wurde um 17 Uhr angepfiffen.

Sowohl die Gastgeber als auch die Lichtenfelser traten zunächst nur mit sechs Spielern an. Die Ludwigsstädter erspielten sich eine schnelle 8:2-Führung. Nach nicht einmal 4 Minuten landete der einzige etatmäßige Aufbauspieler Sebastian Pehle auf dem Fuß eines Gegenspielers. Der Knöchel von Pehle schwoll an, sodass ein weiteres Mitspielen undenkbar war. So führte Volker Gutgesell ab diesem Zeitpunkt als Point Guard Regie. Die Lichtenfelser kämpften sich zurück in die Partie. Allen voran Bastian Girg, der aus der Halbposition traumhaft sicher einnetzte sowie Volker Gutgesell mit erfolgreichen Würfen aus allen Positionen waren nicht zu stoppen. Achim „The Legend“ Nyirö war es vorbehalten, im zweiten Viertel mit einem trockenen Halbdistanzwurf die erste TSL-Führung herzustellen. Mit einem 38:34-Vorsprung ging die Lichtenfelser Rumpftruppe in die Kabine.

Auf Seiten der Ludwigsstädter machte sich mit Pfeiffer ein weiterer Spieler warm. Die besser als „Rothaariger mit der Nr. 11“ bekannte Aggromaschine der Gastgeber sollte aber nicht lange auf dem Spielfeld verbleiben. Dank einem schnellen Dreier von Jasmund nach 4 Sekunden Spielzeit im dritten Viertel und einem weiteren Feldtreffer ging der TSV in Führung. Doch Sebastian Leicht konterte mit zwei seiner insgesamt vier Dreiern. Volker Gutgesell punktete weiterhin nach Belieben und hielt seine Mannschaft praktisch im Alleingang am Leben. Das letzte Viertel sollte die Entscheidung bringen.

Zuerst schied der bereits erwähnte TSV-Swingman Pfeiffer mit seinem fünften Foul (Anmerkung der Redaktion: technisches Foul) aus – eine wahre Glanzleistung nach 12 Minuten Spielzeit!!! In der 33. Minute kassierte Achim Nyirö sein fünftes Foul – ab diesem Zeitpunkt spielte die TSL in Unterzahl. Eine Minute später schied auch der TSV-Topscorer Jasmund nach einem Offensivfoul gegen Gutgesell aus. Das Spielfeld lichtete sich weiterhin – auch Stefan Hofmann, der defensiv überzeugen konnte, wurde ausgefoult. Somit standen den 5 Ludwigsstädtern mit Bastian Girg, Sebastian Leicht und Volker Gutgesell nur noch drei Gegenspieler gegenüber. Pech für Ludwigsstadt, dass sich ein Flügelspieler verletzte, sodass nur noch 7 Akteure auf dem Feld standen.
Die Gastgeber, die aus ihrem Powerplay keinen Nutzen zogen, lagen 2:30 Minuten vor Ende der Partie in Rückstand. Doch dann musste mit Sebastian Leicht der nächste TSL-Akteur das Feld räumen. 4 Frankenwälder gingen mit 92:89 gegen das Tag-Team Gutgesell/Girg in Führung.

7 Sekunden zeigte die Uhr an, Timeout Lichtenfels. Sebastian Pehle verkündete, dass er sich im Falle einer Verlängerung auf den Platz stellen werde. Bastian Girg warf von der Mittellinie ein und fand trotz 3 Gegenspielern seinen kongenialen Partner Gutgesell. Dieser dribbelte in Bedrängnis an die Dreierlinie, stieg 0,9 Sekunden vor der Sirene hoch zum Wurf und….. – NOTHING BUT NET – OVERTIME!

Mit diesem Treffer krönte Gutgesell seine glanzvolle Vorstellung. 59 Punkte (ja, richtig: Neunundfünfzig) gingen allein auf sein Konto. Viele fragten sich, warum er an diesem Wochenende in der Ludwigsstadter Turn- und Festhalle und nicht auf dem Parkett der Kölnarena anlässlich des BBL-Allstardays stand. Nach dem Buzzer erhoben sich die Zuschauer auf den Rängen und spendeten den Akteuren Standing Ovations. Den Ludwigsstädtern wird dieser Beifall wohl kaum gegolten haben, war es doch äußerst blamabel, eine 5:3- bzw. 4:2-Überzahlsituation nicht auszunutzen.

Sebastian Pehle machte sein Versprechen wahr und humpelte in der 5minütigen Overtime mit über das Feld. Unterdessen schied mit TSV-Center Zipfel der nächste Akteur foulbedingt aus. Auch der gegnerische Red Balloon trat in der Verlängerung erst gar nicht mehr an (Zerrung). Aber auch Volker Gutgesell erwischte es mit dem fünften Foul. Zwei (Wiefel + Imsel) gegen Zwei (verletzter Pehle + Girg) lautete nun das Duell. Nach einer 4-Punkte-Führung zugunsten des Heimteams sah alles nach einer Vorentscheidung aus, doch 5 Punkte durch Pehle und 1 Freiwurf von Girg sorgten erneut für die Wende. Die beiden TSVler führten schließlich mit 110:109. Der letzte Angriff blieb den Lichtenfelsern vorbehalten. Pehle arbeitete sich humpelnd in die Halbdistanz vor, doch sein Wurf verpasste das Ziel äußerst knapp.

Trotz der unglücklichen Niederlage durften sich die TSL-Akteure als moralischer Sieger fühlen. Dass man mit dieser Mannschaft bei den Frankenwäldern, die alle ihre Leistungsträger an Bord hatten, mithielt, verdient großen Respekt. Die TS´ler brauchen sich nichts vorzuwerfen. Nicht die anwesenden Akteure haben das Spiel verloren, sondern diejenigen, die zuhause geblieben sind.

TS Lichtenfels: Gutgesell (59 Punkte/6 Dreier), Leicht (26/4), Girg (13), Pehle (5/1),  Nyirö (5), Hofmann (2)

An dieser Stelle:

Danke Volker, für diese Wahnsinnsvorstellung (noch heute hallen MVP, MVP-Rufe aus dem Unterholz im Frankenwald)

Danke Bastian, für deine unglaublich sicheren Würfe aus der Halbdistanz

Danke Basti P. dafür, dass du dich in der Overtime mit dickem Knöchel auf Feld und in den Dienst der Mannschaft gestellt hast

Danke Achim, für deinen unermüdlichen Einsatz in der Defense und die Entlastung in der Offense

Danke Hofty, für die endgeile Defense, die du gespielt hast.

 

Link: 3GP-Handy-Video 30 sek. schaut halt obs bei euch geht.

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